Zeitreise über dem Allgäu: Rundflüge mit Junkers-F13-Nachbau in Kempten-Durach geplant
18.02.2026
DURACH / KEMPTEN / ALLGÄU. Fliegen „wie vor 100 Jahren“ – mit Blick auf die Alpen: Am 9. und 10. Mai 2026 soll ein fast originalgetreuer Oldtimer-Nachbau vom Flugplatz Kempten-Durach abheben. Wer mitfliegen will, muss nach Angaben der Organisatoren vorab Vereinsmitglied werden.
Wer das Fliegen „wie vor 100 Jahren“ erleben will, bekommt am 9. und 10. Mai 2026 in Kempten-Durach eine seltene Gelegenheit: Ein fast originalgetreuer Nachbau des legendären Passagier- und Frachtflugzeugs „Junkers F13“ soll vom Flugplatz Kempten-Durach zu Rundflügen abheben. Äußerlich erinnert die Maschine an die Pionierzeit der Passagierluftfahrt – technisch ist sie jedoch auf heutigem Sicherheitsniveau.
Der Termin im Allgäu ist Teil einer Rundflugserie, die der in Altenrhein ansässige Verein „Junkers Luftverkehr“ für 2026 ankündigt. Im Mittelpunkt steht dabei ein Flugzeugtyp, der als Meilenstein der frühen zivilen Luftfahrt gilt.
Warum dieses Flugzeug bis heute als Ikone gilt
Die Junkers F13 absolvierte 1919 in Dessau ihren Erstflug und gilt als erstes Ganzmetall-Passagierflugzeug der Welt, welches aus Duraluminium gefertigt wurde. Das Deutsche Museum in München ordnet den Typ so ein: „Die F13 war das erste aus Metall gefertigte Passagierflugzeug – im Juni 1919 eine Weltneuheit.“
Mit offenem Cockpit für Pilot und Bordmechaniker oder Copilot sowie einer geschlossenen Kabine für vier Fluggäste wurde der Tiefdecker in den 1920er-Jahren als Passagier- und Frachtflugzeug genutzt. Luftfahrthistoriker sprechen wegen dieser Aufteilung bisweilen von einer „Postkutsche der Lüfte“.
Originale Maschinen sind heute nur noch als Museumsstücke erhalten. Flugfähige Oldtimer dieses Typs gibt es nicht mehr.
Außen fast wie damals, innen moderne Luftfahrttechnik
Die Nachbauten orientieren sich äußerlich sehr eng an der ursprünglichen Konstruktion mit markanter Duraluminium-Wellblechhülle und der damaligen Ausstattung der kleinen Passagierkabine.
An Bord arbeiten jedoch zeitgemäße Systeme: Im Cockpit kommt moderne Avionik zum Einsatz, um heutigen Sicherheitsanforderungen zu genügen. Angetrieben wird die Maschine von einem modernen Sternmotor.
Der rund zehn Meter lange Nachbau mit einer Spannweite von knapp 15 Metern ist für zwei Besatzungsmitglieder im halboffenen Cockpit und vier Fluggäste in der geschlossenen, beheizten Kabine ausgelegt. Bei den angebotenen Rundflügen werden nach Vereinsangaben jedoch aus Gewichtsgründen maximal drei Passagiere befördert.
So läuft die Buchung – und was Interessierte wissen müssen
„Wir sehen die F13 als fliegendes luftfahrttechnisches und verkehrsgeschichtliches Kulturgut“, sagt Vereinsvorsitzender Bernd Huckenbeck. „Für viele Gäste ist ein Rundflug eine kleine Zeitreise in die Anfangsjahre der Passagierluftfahrt. Es ist ein ganz besonderes Erlebnis.“
Aus luftfahrtrechtlichen Gründen ist nach Angaben des Vereins für Flüge eine Mitgliedschaft erforderlich. Zwischen Beitritt und Flugtermin müsse ein Vorlauf von mindestens 30 Tagen liegen. Buchungen erfolgen demnach ausschließlich über die Internetseite. Die Anzahl der Plätze ist begrenzt.
Die reine Flugzeit liegt laut Verein – je nach Abflugort – bei rund 30 Minuten – inklusive Ein- und Aussteigen sowie Rollbewegungen am Boden seien die Fluggäste insgesamt bis zu 45 Minuten in der Maschine unterwegs. Der Preis für einen Rundflug beträgt nach Vereinsangaben ab etwa 200 Euro pro Person – abhängig von Dauer und Land. Konkrete Informationen nennt der Verein online unter https://junkers-luftverkehr.com
ANDREAS DUNKER
