Kleine Chronik: Junkers F13 – Original und Replika (Nachbau)
29.08.2024
Die Geschichte der Junkers F13 und ihrer Repliken in einigen historischen Schlaglichtern
1919: Unter Leitung von Professor Hugo Junkers entsteht die Junkers F13, die als erstes Verkehrsflugzeug in Ganzmetall-Bauweise gilt. Statt Holz und Stoff setzt der Ingenieur auf eine Wellblech-Beplankung aus einem leichten Aluminium-Werkstoff.
Für die Zeit außergewöhnlich ist: vorn ein offenes Cockpit für Pilot und Bordmechaniker, dahinter eine geschlossene, beheizte Kabine für vier Passagiere. Die Junkers F13 wird deshalb auch als „Postkutsche der Lüfte“ bezeichnet.
25. Juni 1919: Die Junkers F13 hebt in Dessau (Sachsen-Anhalt) zu ihrem offiziellen Erstflug ab. – Das Deutsche Museum in München ordnet das rückblickend so ein: „Die F13 war das erste aus Metall gefertigte Passagierflugzeug – im Juni 1919 eine Weltneuheit.“
13. September 1919: Als Rekordflug überliefert ist ein Höhenflug einer Junkers F13 mit sieben Insassen auf über 6.700 Meter. In Darstellungen wird er als Höhenweltrekord beschrieben.
1921 – 1926: Junkers baut den Verkehrsbetrieb aus, die Junkers Luftverkehr AG gilt als wichtiger Vorläufer späterer Liniengesellschaften. 1926 entsteht durch Zusammenschluss die „Deutsche Luft Hansa“ (historische Schreibweise) – eine zentrale Wurzel der späteren Lufthansa.
Mitte der 1920er-Jahre: Die F13 prägt den jungen zivilen Luftverkehr mit. Sie wird weltweit eingesetzt und in weit mehr als 300 Exemplaren gebaut – für diese Epoche eine hohe Stückzahl.
1930er-Jahre: Mit der Junkers Ju 52 („Tante Ju“) folgt die nächste Generation im Linienverkehr mit deutlich größerer Passagierkapazität. Historisch lässt sich die Junkers F13 als Vorläuferin einordnen: Beide Typen stehen für die Junkers-Konstruktionslinie aus Metallbau und markanter Außenhaut aus Wellblech.
2013: Das Replika-Projekt (Nachbau) wird neu angestoßen und praktisch umgesetzt. Initiator und Geldgeber ist der Kölner Unternehmer und Pilot Dieter Morszeck, langjähriger Chef von Rimowa. Die Rillenoptik von Rimowa-Alu-Koffern wird in Darstellungen mit der Junkers-Außenhaut in Zusammenhang gebracht.
15. September 2016: Offizieller Erstflug der ersten Junkers-F13-Replika (fast orginialgetreuer Nachbau) in Dübendorf in der Schweiz – fast 100 Jahre nach dem Start des Originals.
Nachkriegszeit: Die meisten Original-Maschinen verschwinden spätestens im Zweiten Weltkrieg aus dem Linienbetrieb. Einzelne Exemplare fiegen in entlegenen Regionen noch bis in die frühe Nachkriegszeit.
Heute: Nach Angaben des Vereins „Junkers Luftverkehr“ mit Sitz in Altenrhein (Schweiz) fliegen drei F13-Repliken: HB-RIM (2016/2018), HB-RIA (2022) und HB-RIO (2023). Die Jahreszahlen hinter der Kennung beziehen sich auf Erstflug und/oder behördliche Flugfreigaben. Die Replika HB-RIM war zeitweise auch in den USA unterwegs und flog dort unter der Kennung N13JU.
Präsident des Vereins ist Bernd Huckenbeck aus Schemmerhofen (Baden-Württemberg).
2026: Geplante Stationen und Rundflüge der Junkers F13 im Jahr 2026 sind Altenrhein in der Schweiz sowie in Deutschland: Gelnhausen, Kempten-Durach, Leverkusen (Kurtekotten), Mainz-Finthen und Oberschleißheim (Flugwerft Schleißheim).

